Der kleine Prinz von Lallepo

und die Welt von Krukra

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Der kleine Prinz von Lallepo

Ausschnitt aus Band 3 

Der kleine Prinz von Lallepo und das schreckhafte Gespenst

Er steckte die Zaubernuss in seine Hosentasche und öffnete die Tür zum Turm. So leise wie möglich, schlich er die Stufen nach oben. Der kleine Prinz von Lallepo war schon ganz gespannt, wie das Gespenst reagieren würde. Damit würde es bestimmt nicht rechnen. Er musste sich ein Kichern verkneifen, schließlich durfte Poldi ihn nicht bemerken. Denn durch Geräusche würde er sich sofort verraten. Jetzt, da er unsichtbar war, konnte das Gespenst ihn zwar nicht sehen, aber es konnte ihn immer noch hören.

Er war am Ende der Treppe angekommen. Die Tür war verschlossen. So ein Mist. Wie sollte er denn jetzt unbemerkt in das Turmzimmer kommen? Wenn er die Tür öffnete, wäre Poldi doch sofort alarmiert, dass jemand in sein Zimmer gelangen wollte. Egal ob unsichtbar oder nicht, das würde seinen ganzen Plan ruinieren. Er ging in die Hocke und spähte mit einem Auge durchs Schlüsselloch. Poldi war tatsächlich in seinem Zimmer. Das halb durchsichtige Gespenst schwebte über seinem Bett.

Hm ..., vielleicht war er ja nicht nur unsichtbar, sondern konnte auch durch Wände und verschlossene Türen gleiten, so wie das Gespenst. Ein verlockender Gedanke. Langsam näherte er sich der Tür. Er musste es ausprobieren. Er machte noch einen Schritt vorwärts und stieß mit dem Knie gegen die Tür. "Au", entfuhr ihm ein unterdrückter Schmerzlaut. Schnell machte er einen Satz rückwärts und drückte sich gegen die Steinwand an der Innenseite der Wendeltreppe. Und das keinen Augenblick zu früh, denn im nächsten Moment flog die Tür auf.

"Wer da? Wer poltert an meiner Tür?", erschien das Gespenst in der Türöffnung. "Lallepo, bist du das?" Der kleine Prinz von Lallepo hielt den Atem an. "Hm, niemand da." Poldi huschte die Wendeltreppe ein Stück nach unten. "Lallepooooo?"

Das war die Gelegenheit ins Turmzimmer zu gelangen. Der kleine Prinz von Lallepo schlüpfte aus seinen Hausschuhen und schlich auf Socken durch die Tür. Direkt hinter der Tür machte er einen Schritt zur Seite und versteckte sich hinter der Ecke. Kurz darauf schoss Poldi ins Turmzimmer und die Tür knallte hinter ihm zu. "Mann, Mann, Mann. Ich werde alt. Ich höre schon Poltergeister. Tja, jetzt aber zurück zu dir, mein lieber Freund." Der kleine Prinz von Lallepo erschrak. Hatte Poldi ihn etwa doch bemerkt? Das Gespenst schwebte zum Bett und griff sich das Buch, das dort aufgeschlagen lag. "Mal sehen, wie es mit dir weitergeht." Puh, zum Glück. Poldi hatte nur über die Figur in seinem Buch gesprochen, stellte der kleine Prinz von Lallepo erleichtert fest.

Das Gespenst schwebte einen halben Meter über dem Bett in Rückenlage und hatte das Buch auf seinem Bauch liegen. Es sah zwar nicht gemütlich aus, aber sehr praktisch. Der Bauch war eine prima Buchstütze. "Oh, oh. Was machst du nur? Wie kann man nur ...?" Poldi war völlig in seine Geschichte vertieft. "Das hättest du doch vorher ahnen können. Nein, wie blöd."

Plötzlich glitt das Buch von Poldis Bauch herunter und schwebte durch den Raum. "Was ... moment mal, was ist denn jetzt los? Hey, wo willst du hin?" Das Gespenst richtete sich auf. "Kommst du wohl hier her? Was fällt dir ein, einfach so davonzufliegen. Es war gerade so spannend." Das Buch flog eine Kurve in Richtung Fenster. "Moment mal. Ich bin doch das Gespenst. Normalerweise lasse ich Gegenstände durch die Luft fliegen. Aber ich mache doch gar nichts." Der Ausdruck auf Poldis Gesicht änderte sich von Empörung zu Verängstigung. "Uaaaa, Hilfe, es spukt. Es spuuuukt." Schnell huschte Poldi hinter dem Bettpfosten in Deckung. "Bleib weg von mir, du ... du unheimliches Ding."

Na sowas. Der kleine Prinz von Lallepo wunderte sich. Er hatte gar nicht gewusst, dass Poldi so schreckhaft war. Das Buch flog wieder eine Kurve und hielt nun auf das Gespenst zu. "Aaah, es kommt, es kommt. Schnell weg hier", schrie Poldi und huschte zum Kleiderschrank. Das Buch schwebte weiter hinter ihm her. "Ich werde von einem Buch verfolgt. Hiiilfe. Hör sofort auf zu spuken, du blöder Schinken." Dann schoss Poldi zur Kommode, und mit einem hölzernen Klappern, verschwand er in der oberen Schublade.

Der kleine Prinz von Lallepo stand vor der Kommode und hörte Poldi leise vor sich hinmurmeln. "Das gibt's doch nicht. Das ist unmöglich. Wenn hier einer spukt, dann bin ich das. Ich lasse mir doch nicht mein alleiniges Spukrecht wegnehmen." Wieder klapperte die Schublade. "Na warte. Jetzt komm ich raus und zeige dir, was echtes Spuken bedeutet." Der kleine Prinz von Lallepo zog mit einer Hand die obere Schublade auf. Darin kam das Gespenst zum Vorschein, das ungläubig das Buch anstarrte. Mit einem lauten 'Buh!' klappte das Buch zu. Das Gespenst schrie panisch auf und sauste wie der Blitz durch das geschlossene Fenster nach draußen. Der kleine Prinz von Lallepo folgte ihm und öffnete das Fenster. Dann hielt er das Buch aufgeschlagen vor die Fensteröffnung. "Ha, ha, ha", machte er mit tiefer Stimme und wippte dabei mit den Umschlagseiten....